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	<title>DSGVO Archives - Jüdemann Rechtsanwälte</title>
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	<description>Anwalt für Medien- und Urheberrecht in Berlin</description>
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		<title>Konkreter Schaden Voraussetzung für DSGVO-Entschädigungsanspruch &#8211; OLG Brandenburg, 11.08.2021 &#8211; 1 U 69/20</title>
		<link>https://ra-juedemann.de/konkreter-schaden-voraussetzung-fuer-dsgvo-entschaedigungsanspruch-olg-brandenburg-11-08-2021-1-u-69-20/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Jüdemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Sep 2021 08:08:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>OLG Brandenburg: Konkreter Schaden Voraussetzung für DSGVO-Entschädigungsanspruch Der Entschädigungsanspruch nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO hat in diesem Jahr an Konturenschärfe betreffend seine Voraussetzungen gewonnen, insbesondere betreffend die Anforderungen an die Darlegung eines Schadens. Sowohl das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (Urteil vom 25.2.2021, Az. 17 Sa 37/20), als auch das Oberlandesgericht Bremen (Beschluss vom 16.7.2021, Az. 1 [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>OLG Brandenburg: Konkreter Schaden Voraussetzung für DSGVO-Entschädigungsanspruch</strong></p>
<p>Der Entschädigungsanspruch nach <a href="https://dejure.org/gesetze/DSGVO/82.html" title="Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz">Art. 82 Abs. 1 DSGVO</a> hat in diesem Jahr an Konturenschärfe betreffend seine Voraussetzungen gewonnen, insbesondere betreffend die Anforderungen an die Darlegung eines Schadens.</p>
<p>Sowohl das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (Urteil vom 25.2.2021, Az. <a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=17%20Sa%2037/20" title="LAG Baden-W&uuml;rttemberg, 25.02.2021 - 17 Sa 37/20: Immaterieller Schadensersatz - Versto&szlig; gegen d...">17 Sa 37/20</a>), als auch das Oberlandesgericht Bremen (Beschluss vom 16.7.2021, Az. <a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20W%2018/21" title="1 W 18/21 (4 zugeordnete Entscheidungen)">1 W 18/21</a>) und nun zuletzt auch das Oberlandesgericht Brandburg mit Beschluss vom 11.08.2021, Az. <a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20U%2069/20" title="1 U 69/20 (2 zugeordnete Entscheidungen)">1 U 69/20</a> haben bisher dieses Jahr entschieden, dass für den DSGVO-Entschädigungsanspruch durch den Anspruchsinhaber der Eintritt eines konkreten materiellen oder immateriellen Schadens dargelegt werden muss. Dem genüge ein Vortrag zu Verstößen gegen Bestimmungen der DSGVO oder ein bloß substanzloser Vortrag zu Beeinträchtigungen nicht.</p>
<p>In dem Berufungsverfahren vor dem OLG Brandenburg gegen ein Urteil der 1. Zivilkammer des Landgerichts Potsdam vom 3.09.2020, Az. <a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20O%20241/18" title="LG Potsdam, 03.09.2020 - 1 O 241/18: Fahrzeugnutzungs&uuml;berlassung: Rechte f&uuml;r freie Mitarbeiter">1 O 241/18</a> ging es u.a. darum, dass der Berufungskläger bzw. Beklagte des Ausgangsverfahrens (nachfolgend: Beklagter) gegen offene Geldforderungen der Klägerin in fünfstelliger Höhe gegen ihn, u.a. im Rahmen der Aufrechnung einwandte, ihm stünde gegen diese noch eine Gegenforderung in Form eines Entschädigungsanspruchs nach <a href="https://dejure.org/gesetze/DSGVO/82.html" title="Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz">Art. 82 Abs. 1 DSGVO</a> zu. Die Klägerin habe Namen und Foto des Beklagten unerlaubt auf ihrer Webseite verwendet.</p>
<p>Das Gericht führte zunächst aus, dass der Anspruchssteller ihm Rahmen der Geltendmachung des Entschädigungsanspruchs beweisen müsse, dass ein Schaden durch einen DSGVO-Verstoß eingetreten sei:</p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>„Dem Beklagten kann nicht darin gefolgt werden, dass aus <a href="https://dejure.org/gesetze/DSGVO/82.html" title="Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz">Art. 82 Abs. 3 DSGVO</a> in Verbindung mit dem Erwägungsgrund Nr. 146 Satz 2 zur DSGVO eine Beweislastumkehr für das Vorliegen eines Schadens folge. Nach dem klaren und eindeutigen Wortlaut sowohl des <a href="https://dejure.org/gesetze/DSGVO/82.html" title="Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz">Art. 82 Abs. 3 DSGVO</a> als auch der Ausführungen im Erwägungsgrund Nr. 146 zur DSGVO bezieht sich die darin niedergelegte Nachweisobliegenheit des Verantwortlichen allein auf seine Verantwortlichkeit für die Umstände, die den Schaden herbeigeführt haben, nicht aber – auch – auf den Schaden selbst.“</em></p>
<p>Dafür reiche es indes nicht aus, wenn lediglich pauschal zu der Entstehung von Nachteilen für die berufliche Tätigkeit vorgetragen werde, ohne substantiiert und damit einlassungsfähig zu einem konkreten Schaden vorzutragen.</p>
<p>Das erkennende Gericht lehnte außerdem eine Vorlagepflicht zum EuGH ab, da die Berufung nicht daran scheitere, dass kein hinreichend erheblicher Schaden dargelegt wurde, sondern es an jeglichem Vorbringen zu einem entstandenen Schaden fehle:</p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>„Entgegen der Ansicht des Beklagten bedarf es im Hinblick auf den eindeutigen Wortlaut des <a href="https://dejure.org/gesetze/DSGVO/82.html" title="Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz">Art. 82 Abs. 1, 3 DSGVO</a> keiner Vorlage an den Europäischen Gerichtshof gemäß <a href="https://dejure.org/gesetze/AEUV/267.html" title="Art. 267 AEUV: (ex-Artikel 234 EGV)">Art. 267 Abs. 3 AEUV</a>. Das gilt auch im Lichte der vom Beklagten herangezogenen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (Kammerbeschluss vom 14.1.2021, <a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%202853/19" title="BVerfG, 14.01.2021 - 1 BvR 2853/19: EuGH muss &uuml;ber Reichweite des immateriellen Schadenersatzan...">1 BvR 2853/19</a>, zitiert nach juris) zum Bestehen einer diesbezüglichen Vorlagepflicht. Denn anders als in der der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (a. a. O.) zugrunde liegenden Fallgestaltung scheitert die Berufung hier nicht an der Annahme einer Erheblichkeitsschwelle für den Schadensbegriff des <a href="https://dejure.org/gesetze/DSGVO/82.html" title="Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz">Art. 82 Abs. 1 DSGVO</a>, sondern bereits daran, dass es an jeglichem Vorbringen zu einem dem Beklagten durch die geltend gemachte Rechtsverletzung entstandenen Schaden fehlt (vgl. OLG Bremen a. a. O.). Zudem gilt die Vorlagepflicht nach <a href="https://dejure.org/gesetze/AEUV/267.html" title="Art. 267 AEUV: (ex-Artikel 234 EGV)">Art. 267 Abs. 3 AEUV</a> nur für Verfahren, deren Entscheidungen nicht mehr mit Rechtsmitteln des innerstaatlichen Rechts angefochten werden können. Eine solche liegt hier nicht vor, da dem Beklagten, dessen Beschwer den Betrag in Höhe von 20.000 € nach <a href="https://dejure.org/gesetze/ZPO/544.html" title="&sect; 544 ZPO: Nichtzulassungsbeschwerde">§ 544 Abs. 2 Nr. 1 ZPO</a> übersteigt, die Einlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde nach <a href="https://dejure.org/gesetze/ZPO/544.html" title="&sect; 544 ZPO: Nichtzulassungsbeschwerde">§ 544 ZPO</a> offensteht, bei der es sich um ein innerstaatliches Rechtsmittel im Sinne des <a href="https://dejure.org/gesetze/AEUV/267.html" title="Art. 267 AEUV: (ex-Artikel 234 EGV)">Art. 267 Abs. 3 AEUV</a> handelt (OLG Stuttgart, Beschluss vom 4.2.2019, <a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=6%20U%2088/18" title="6 U 88/18 (5 zugeordnete Entscheidungen)">6 U 88/18</a>, zitiert nach juris; vgl. auch: Henssler/Willemsen/Kalb/Tillmanns, Arbeitsrecht Kommentar, 9. Aufl., <a href="https://dejure.org/gesetze/AEUV/267.html" title="Art. 267 AEUV: (ex-Artikel 234 EGV)">Art. 267 AEUV</a>, Rn. 12, m. w. N.).&#8220;</em></p>
<p>Volltext der Entscheidung zu finden unter der URL: <a href="https://gerichtsentscheidungen.brandenburg.de/gerichtsentscheidung/19230">https://gerichtsentscheidungen.brandenburg.de/gerichtsentscheidung/19230</a></p>
<p>Text verfasst und Titelbild bearbeitet durch: Marc Faßbender</p>
<p>Bearbeitetes Titelbild basiert auf lizenzfreiem Werk von: &#8222;Pixabay&#8220; (<a href="https://www.pexels.com/de-de/foto/rote-lichter-in-linie-auf-schwarzer-oberflache-158826/">https://www.pexels.com/de-de/foto/rote-lichter-in-linie-auf-schwarzer-oberflache-158826/</a>)</p>
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		<title>Vorlagepflicht zum EuGH bei Schadensersatz gem. Art. 82 DSGVO &#8211; BVerfG vom 14.01.2021, Az. 1 BvR 2853/19</title>
		<link>https://ra-juedemann.de/vorlagepflicht-zum-eugh-bei-schadensersatz-gem-art-82-dsgvo-bverfg-vom-14-01-2021-az-1-bvr-2853-19/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Jüdemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2021 10:00:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wer kennt das nicht? Man öffnet den sein E-Mail-Postfach und findet einen Haufen lästiger Werbemails vor. Bei manchen der E-Mails sind die Absender unbekannt und vielleicht wundert man sich, woher die eigene E-Mail-Adresse Dritten bekannt geworden ist. In den allermeisten Fällen hilft eine Verschiebung in den Papierkorb zumindest temporär ab und man widmet sich anderen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer kennt das nicht? Man öffnet den sein E-Mail-Postfach und findet einen Haufen lästiger Werbemails vor. Bei manchen der E-Mails sind die Absender unbekannt und vielleicht wundert man sich, woher die eigene E-Mail-Adresse Dritten bekannt geworden ist. In den allermeisten Fällen hilft eine Verschiebung in den Papierkorb zumindest temporär ab und man widmet sich anderen Dinge. Ein Rechtsanwalt dachte sich jedoch nach Erhalt einer Werbemail von einem unbekannten Absender in seiner beruflichen E-Mail-Adresse wohl: „Nicht mit mir!“.</p>
<p>Er zog bis vor das Bundesverfassungsgericht (BVerfG), welches in seinem Beschluss vom 14.01.2021, Az. <a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%202853/19" title="BVerfG, 14.01.2021 - 1 BvR 2853/19: EuGH muss &uuml;ber Reichweite des immateriellen Schadenersatzan...">1 BvR 2853/19</a> nun entschied, dass das letztinstanzlich entscheidende Amtsgericht dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine entscheidungserhebliche Frage hinsichtlich der Voraussetzungen des Schadensersatzanspruchs gem. <a href="https://dejure.org/gesetze/DSGVO/82.html" title="Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz">Art. 82 DSGVO</a> hätte vorlegen müssen und durch das Absehen von der Vorlage das Recht des klagenden Anwalts auf den gesetzlichen Richter nach <a href="https://dejure.org/gesetze/GG/101.html" title="Art. 101 GG">Art. 101 Abs. 1 Satz 2</a> Grundgesetz (GG) verletzt habe.</p>
<p><strong>Amtsgericht lehnte Schadensersatzanspruch mangels Erheblichkeit ab</strong></p>
<p>Der Anwalt mahnte zunächst den Absender der Werbemail ab und klagte sodann vor dem Amtsgericht Goslar (AG Goslar). In dem amtsgerichtlichen Verfahren klagte er auf Unterlassung der weiteren Kontaktaufnahme ohne Einwilligung, Auskunft über die ihn betreffenden gespeicherten Daten, Feststellung, dass die Ansprüche aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung stammen und auf Zahlung eines Schmerzensgeldes i.H.v. 500,00 EUR nach <a href="https://dejure.org/gesetze/DSGVO/82.html" title="Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz">Art. 82 DSGVO</a>. Das angerufene Gericht gab der Klage mit Urteil vom 27.09.2019 (Az.: <a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=28%20C%207/19" title="28 C 7/19 (3 zugeordnete Entscheidungen)">28 C 7/19</a>) statt, mit Ausnahme der geforderten Schmerzensgeldzahlung.</p>
<p>Nach Satz 3 des Erwägungsgrundes des 146 der DSGVO soll der<em> „Begriff des Schadens […] im Lichte der Rechtsprechung des Gerichtshofs weit auf eine Art und Weise ausgelegt werden, die den Zielen dieser Verordnung in vollem Umfang entspricht.“.</em> Die dadurch gebotene weite Auslegung des <a href="https://dejure.org/gesetze/DSGVO/82.html" title="Art. 82 DSGVO: Haftung und Recht auf Schadenersatz">Art. 82 DSGVO</a> zur Ermöglichung der effektiven Durchsetzung des Unionsrechts spricht für die Möglichkeit des Schadensersatzes auch in Bagatellfällen. Im Kontrast dazu wird bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen, eine Geldentschädigung nur bei schwerwiegenden Eingriffen gewährt.</p>
<p>Auch das Amtsgericht hielt es im Hinblick auf den maßgeblichen Erwägungsgrund der DSGVO zumindest für fraglich, ob die nach der Rechtsprechung aufgestellten Voraussetzungen hinsichtlich einer Geldentschädigung bei Persönlichkeitsrechtsverletzung auf Schadenersatzansprüche nach der DSGVO übertragbar sind. Dennoch lehnte es einen Schadensersatzanspruch ab mit der Begründung, dass mangels Erheblichkeit der Beeinträchtigung jedenfalls kein Schaden entstanden sei, denn es habe sich nur um eine einzige Werbemail gehandelt, die nicht zur Unzeit versandt wurde und mit der man sich deswegen nicht länger hätte befassen müssen.</p>
<p><strong>BVerfG: Verletzung des Rechts auf den gesetzlichen Richter</strong></p>
<p>Der Kläger erhob zunächst eine Anhörungsrüge, weil das AG Goslar in letzter Instanz über sein Klagebegehren entschieden hatte, ohne dem EuGH die Frage vorzulegen wie die DSGVO im Hinblick auf die Voraussetzungen des Schadensersatzanspruches auszulegen sei. Diese wurde jedoch zurückgewiesen.</p>
<p>Sodann erhob er Verfassungsbeschwerde beim BVerfG und rügte die Verletzung seines Rechts auf den gesetzlichen Richter aus <a href="https://dejure.org/gesetze/GG/101.html" title="Art. 101 GG">Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG</a> wegen der Nichtvorlage vor dem EuGH. Die Richter in Karlsruhe gaben dem Beschwerdeführer recht.</p>
<p>Nach der Rechtsprechung des EuGHs muss ein nationales letztinstanzliches Gericht seiner Vorlagepflicht nachkommen, wenn sich in einem bei ihm schwebenden Verfahren eine Frage des Unionsrechts stellt. Ausgenommen davon sind lediglich Fällen, in denen</p>
<ul>
<li>das Gericht festgestellt hat, dass die gestellte Frage nicht entscheidungserheblich ist,</li>
<li>die betreffende unionsrechtliche Bestimmung bereits Gegenstand einer Auslegung durch den Gerichtshof war (acte éclairé) oder</li>
<li>die richtige Anwendung des Unionsrechts derart offenkundig ist, dass für einen vernünftigen Zweifel keinerlei Raum bleibt (acte clair)</li>
</ul>
<p>Angesichts dessen, dass die Voraussetzungen des Schadensersatzanspruches im Detail von dem EuGH noch nicht geklärt wurden und selbst in der Literatur die Voraussetzungen und Umfang des Schadenersatzanspruches höchst umstritten sind, verneinte das BVerfG eine Ausnahme von der Vorlagepflicht im o.g. Sinne.</p>
<p>Somit verletzte das AG Goslar seine Vorlagepflicht und damit das Recht des Beschwerdeführers aus <a href="https://dejure.org/gesetze/GG/101.html" title="Art. 101 GG">Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG</a>. Das Bundesverfassungsgericht hob deswegen das Urteil des AG Goslar auf, wodurch dieses nun neu entscheiden muss und die entscheidungserhebliche Rechtsfrage vermutlich dem EuGH vorlegen wird.</p>
<p>Angesichts der unklaren Rechtslage und überfüllter Spamordner wäre es wünschenswert, wenn der EuGH dem Schadensersatzanspruch nach der DSGVO in näherer Zukunft durch die Entscheidung in dieser Sache mehr Konturenschärfe geben würde. Es bleibt spannend.</p>
<p>Volltext der Entscheidung zu finden unter der URL: <a href="https://openjur.de/u/2320170.html">https://openjur.de/u/2320170.html</a></p>
<p>Mehr Informationen zum Datenschutzrecht finden Sie hier: <a href="https://ra-juedemann.de/anwalt-datenschutzrecht-berlin/">https://ra-juedemann.de/anwalt-datenschutzrecht-berlin/</a></p>
<p>Text verfasst und Titelbild bearbeitet durch: Marc Faßbender</p>
<p>Bearbeitetes Titelbild basiert auf gemeinfreiem Werk (public domain) von: &#8222;<span class="mw-mmv-source-author"><span class="mw-mmv-source">Gregor Ter Heide</span></span>&#8220; (Wikipedia)</p>
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