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	<title>Kartellrecht Archives - Jüdemann Rechtsanwälte</title>
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		<title>Keine Anfechtung ohne Titel gegen Schuldner (OLG Hamm vom 03.11.2015 (27 U 74/15))</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Jüdemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2015 12:35:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kartellrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Abkürzung nehmen ist nicht zulässig. Das OLG Hamm hat aktuell entschieden, dass ein Gläubiger, der auf ein auf einen Dritten übertragenes Vermögen zugreifen will, zunächst einen vollstreckbaren Schuldtitel gegen den Gläubiger erwirken muss. In dem entschiedenen Fall hatte die dem ThyssenKrupp zugehörige Klägerin ihren ehemaligen Geschäftsführer auf Schadenersatz wegen kartellrechtswidrigen Absprachen in Anspruch genommen. Dieser [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Abkürzung nehmen ist nicht zulässig. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Das OLG Hamm hat aktuell entschieden, dass ein Gläubiger, der auf ein auf einen Dritten übertragenes Vermögen zugreifen will, zunächst einen vollstreckbaren Schuldtitel gegen den Gläubiger erwirken muss. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">In dem entschiedenen Fall hatte die dem ThyssenKrupp zugehörige Klägerin ihren ehemaligen Geschäftsführer auf Schadenersatz wegen kartellrechtswidrigen Absprachen in Anspruch genommen. Dieser hatte 2011 und 2012 Miteigentumsanteile an mehreren Grundstücken auf seine Ehefrau übertragen. Die Klägerin wollte die Ehefrau im Wege der Anfechtung in Anspruch nehmen. Erfolglos, da die arbeitsgerichtliche Klage bisher erfolglos war, also kein Titel gegen den Schuldner besteht.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Die Pressemeldung des OLG Hamm: </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Keine Anfechtung ohne Titel</span><br />
<span style="font-size: 12pt;">Will ein Gläubiger auf Vermögen zugreifen, welches vom in Anspruch genommenen </span><span style="font-size: 12pt;">Schuldner auf seine Ehefrau übertragen wurde, muss er zunächst </span><span style="font-size: 12pt;">einen vollstreckbaren Schuldtitel gegen den Schuldner erwirken. Zuvor </span><span style="font-size: 12pt;">ist eine gegen die Ehefrau angestrengte Anfechtungsklage unzulässig.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Das hat der 27. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm am 03.11.2015 </span><span style="font-size: 12pt;">entschieden und damit das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Essen </span><span style="font-size: 12pt;">bestätigt.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Die dem ThyssenKrupp-Konzern angehörige Klägerin nimmt ihren ehemaligen </span><span style="font-size: 12pt;">Geschäftsführer vor dem Arbeitsgericht Essen auf Schadensersatz in </span><span style="font-size: 12pt;">Anspruch. Sie macht diesen für kartellrechtswidrige Absprachen beim Vertrieb </span><span style="font-size: 12pt;">von Materialien für den Schienenbau verantwortlich, für welche das </span><span style="font-size: 12pt;">Bundeskartellamt gegenüber der Klägerin in den Jahren 2012 und 2013 </span><span style="font-size: 12pt;">Bußgelder in Höhe von 103.000.000 Euro und 88.000.000 Euro verhängte. </span><span style="font-size: 12pt;">Die arbeitsgerichtliche Klage der Klägerin war bislang erfolglos, wegen unbezifferter </span><span style="font-size: 12pt;">Feststellungsanträge ist das Verfahren ausgesetzt, um den Ausgang </span><span style="font-size: 12pt;">strafrechtlicher Ermittlungsverfahren abzuwarten. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Der ehemalige Geschäftsführer der Klägerin übertrug in den Jahren 2011 und </span><span style="font-size: 12pt;">2012 Miteigentumsanteile an mehreren Grundstücken in Essen sowie auf </span><span style="font-size: 12pt;">Konten angelegte Geldbeträge im Wert von ca. 1.200.000 Euro auf seine </span><span style="font-size: 12pt;">Ehefrau. Diese Übertragungen hält die Klägerin aufgrund der aus ihrer Sicht </span><span style="font-size: 12pt;">gegen den Ehemann bestehenden Schadensersatzansprüche für anfechtbar. </span><span style="font-size: 12pt;">In dem vor dem 27. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm gegen die beklagte </span><span style="font-size: 12pt;">Ehefrau geführten Anfechtungsprozess hat die Klägerin von der Beklagten </span><span style="font-size: 12pt;">verlangt, die Zwangsvollstreckung in die übertragenen Grundstücke </span><span style="font-size: 12pt;">und Konten zu dulden, hilfsweise ca. 1.700.000 Euro Wertersatz zu leisten. </span><span style="font-size: 12pt;">Die Anfechtungsklage ist erfolglos geblieben. Unter Bestätigung der landgerichtlichen </span><span style="font-size: 12pt;">Entscheidung hat der 27. Zivilsenat des Oberlandesgerichts </span><span style="font-size: 12pt;">Hamm die Klage als unzulässig abgewiesen. Nach dem einschlägigen Anfechtungsgesetz </span><span style="font-size: 12pt;">müsse ein Gläubiger zunächst einen vollstreckbaren </span><span style="font-size: 12pt;">Schuldtitel gegen den in Anspruch genommenen Schuldner erwirken, bevor </span><span style="font-size: 12pt;">er Vermögensübertragungen des Schuldners auf seine Ehefrau anfechten </span><span style="font-size: 12pt;">und die Ehefrau auf Duldung der Zwangsvollstreckung in die übertragenen </span><span style="font-size: 12pt;">Vermögensgegenstände in Anspruch nehmen könne. Eine vorzeitig erhobene </span><span style="font-size: 12pt;">Anfechtungsklage sei unzulässig. Auch wenn der Gläubiger den Schuldner </span><span style="font-size: 12pt;">in einem weiteren Prozess bereits verklagt habe, habe er keinen Anspruch </span><span style="font-size: 12pt;">darauf, dass sein gegen die Ehefrau angestrengter Prozess solange </span><span style="font-size: 12pt;">ausgesetzt werde, bis in dem Prozess gegen den Schuldner eine Entscheidung </span><span style="font-size: 12pt;">ergangen sei, so dass ihm, dem Gläubiger, dann ein Schuldtitel vorliege. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: 12pt;">Beschluss des 27. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom </span><span style="font-size: 12pt;">03.11.2015 (<a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=27%20U%2074/15" title="OLG Hamm, 03.11.2015 - 27 U 74/15: Keine Anfechtung ohne Titel">27 U 74/15</a>)</span></p>
<p style="text-align: justify;">Quelle der PM: OLG Hamm</p>
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